Sportwetten-Shops
Reine Sportwetten-Shops bieten ausschließlichen Wetten und keine weiteren Produkte an. Sie haben einen Annahmeschalter und hängen die entsprechenden Quoten im Wett-Shop aus. Andere Anbieter verfolgen das Konzept der Unterhaltung und bieten ihren Besuchern zusätzlich über zahlreiche Fernseher weltweite Live-Übertragungen von Sportevents an.
Diese Wett-Shops agieren als Sportwettenvermittler und vermitteln die Wetten an lizenzierte Buchmacher weiter. Für diese „Weiterleitung“ erhalten die Wettvermittler vom Buchmacher eine Provision. Der Buchmacher trägt dabei das wesentliche Risiko durch das Stellen der entsprechenden Quoten.
Es gibt zwei Arten der Vergütung:
Die erste Variante ist die Beteiligung am Rohertrag. Der Rohertrag ergibt sich aus dem Spielumsatz abzüglich der Gewinnausschüttungen und Wettgebühren und wird auch als „Hold“ bezeichnet. Dieser Rohertrag wird dann in einem bestimmten Verhältnis (z.B. 30:70 oder 50:50) zwischen dem Buchmacher und dem Wettvermittler aufgeteilt. Es muss nicht sein, dass man mit einem „30-iger“ Deal schlechter fährt als mit einem höheren, denn gerade in den ersten Monaten weiß man nicht wie hoch der tatsächliche Umsatz im Laden ausfallen wird und daher kann es zu unkalkulierbaren finanziellen Risiken kommen, sollte nämlich die Gewinnauszahlung höher sein als der Wetteinsatz. In diesem Fall wird bei hohen Konditionen der Verlust in die nächsten Monate vorgetragen, bei einem kleineren Deal nicht, den Verlust trägt der Wettanbieter.
Vergleich der Konditionen anhand eines Rechenbeispieles:
Variante 30/70:
1. Monat:
Umsatz: 10.000€, Gewinnauszahlungen: 7.000€, Hold 3.000€ è eigener Verdienst: 900€ (30%)
2. Monat:
Umsatz: 15.000€, Gewinnauszahlungen: 15.000€ Hold: -5.000€ è eigener Verdienst: 0€
3. Monat:
Umsatz: 20.000€, Gewinnauszahlungen: 15.000€, Hold: 5.000€ è eigener Verdienst: 1.500€
Variante: 50/50:
Umsatz: 10.000€, Gewinnauszahlungen: 7.000€, Hold 3.000€ è eigener Verdienst: 1.500€ (50%)
2. Monat:
Umsatz: 15.000€, Gewinnauszahlungen: 15.000€ Hold: -5.000€ è eigener Verdienst: 0€
3. Monat:
Umsatz: 20.000€, Gewinnauszahlungen: 15.000€, Hold: 5.000€ è eigener Verdienst: 2.500€ - Verlustvortrag aus dem 2. Monat (5.000) = 0€!
Mit der ersten Variante hätten Sie 2.400€ im Verlauf von 3 Monaten verdient, mit der 2. nur 1.500€, da im 3. Monat zum eigentlichen Verdienst der Verlustvortrag aus dem Vormonat hinzukommt.
Die zweite Variante ist ein prozentualer Anteil am Umsatz. Unabhängig wie die Wetten laufen und ob der Buchmacher auszahlen muss oder nicht, erhält der Wettvermittler eine fixe Umsatzbeteiligung.
Diese Umsatzbeteiligung richtet sich nach Höhe des Gesamtumsatzes, der vom Wettvermittler getätigt wird und liegt um die 5-10 Prozent je nach Umsatz für einen reinen Wett-Shop.
Da die Umsatzbeteiligung reine Kosten des Wettanbieters sind, wird diese kaum noch angeboten.
In unserem vorangegangenen Beispiel hätten Sie mit 5% Umsatzbeteiligung fixe 2.250€ verdient. Klarer Vorteil für eine fixe Umsatzbeteiligung sind die ersten Monate nach Shoperöffnung, der Nachteil liegt daran dass Umsatzbeteiligungen in den seltensten Fällen nicht nachverhandelbar sind, sollte der Umsatz steigen.
Bei reinen Wett-Shops muss der Shopbetreiber die gesamte Einrichtung des Shops selber vorfinanzieren und trägt das gesamte kaufmännische Risiko des Wett-Shops selber.
Wer sich mit dem Gedanken eines eigenen Wett-Shops beschäftigt, sollte neben einem erstklassigen Standort mit einem Finanzbedarf von mind. €30.000,- kalkulieren.
Ein Wettshop sollte eine Größe um die 100qm haben und sich in einer stark frequentierten Lage befinden. Die Ausstattung eines Wett-Shops mit Ladeneinrichtung, Kassensystem, ca. 10 Fernsehapparaten, Satelliten-Anlage für den Empfang von Sky Deutschland/Österreich und Sky England sowie Türkisches TV, Renovierung und Beklebung des Laden sollte mit €25.000,- kalkuliert werden.
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Neben der technischen Ausstattung ist es notwendig, dass ein finanzielles Polster zur Verfügung steht, um Anlaufschwierigkeiten der ersten drei bis sechs Monate zu überstehen.
In dieser Zeit müssen die laufenden Kosten für Anwälte, Genehmigungen, Bürobedarf, Miete, Werbung, Internetverbindung Telefon und Gehälter gezahlt werden können.
Bei einer Marge von ca.10% muss ein Wett-Shop mind. einen monatlichen Wettumsatz von €50.000,- erzielen, um Break Even zu erzielen. Dieses Volumen ist frühestens nach 3 bis 6 Monaten zu erzielen.
Die Auswahl des richtigen Buchmachers ist für den Wettvermittler, neben dem Standort, die wichtigste Entscheidung. Nicht nur die Höhe der Provision ist dabei wichtig, sondern auch die Quoten und die Auszahlungsdauer. Die Tipper entscheiden sich langfristig für den Wett-Vermittler, der ein ausgewogenes Quotenverhältnis und kürzeste Auszahlungszeit hat. Ein Buchmacher mit der höchsten Provision stellt noch lange nicht den attraktivsten Service für den Spieler.
Sich mit eigenem Shop als freier Unternehmer zu betätigen, aber dennoch von den Vorteilen eines bekannten Anbieters zu profitieren, lässt sich im Franchisemodell realisieren. Als Franchisenehmer profitiert man von den gemachten Erfahrungen des Verbundes und der Unterstützung. Ein zentrales Marketing sorgt für den breiten Bekanntheitsgrad, die entsprechenden Materialien und Unterlagen werden gestellt und man muss sich nicht selber darum kümmern. Des Weiteren erfährt man juristische Unterstützung und profitiert vom Schutz und den Erfahrungen der Gemeinschaft.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist das Vertrauen, welches von den Spielern gegenüber einem bekannten Anbieter entgegengebracht wird. Schließlich vertraut der Spieler einer Institution Geld an und hofft auf die Herausgabe seines Gewinnes. Das Vertrauen, dass auch ein hoher Gewinn unproblematisch ausgezahlt werden kann, wird durch eine namhafte Kette besser dargestellt, als bei einem einzelnen Shop, dessen Eigentümer sich mit einem Gewinn aus dem Staub machen könnte.
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